In Anwesenheit des Direktors M. Shalooei, des Teheraner Museums für Moderne Kunst beteiligt sich auch der Iran offiziell an der 54th Biennale di Venezia mit vier Künstlern. Der „Pavillon" im zweiten Stock eines einfachen Hauses, unweit des Palazzo Grazzi, ist indes eine Propagandainszenierung der „islamischen Republik Iran" mit staatstragender Kunst, die dem Besucher die „islamische Republik" als eine vom Volk getragene und gewollte Staatsform suggerieren soll. Die Installation mit tausenden Bildern der Iraner, die sich im Iran-Irak Krieg für die islamische Republik geopfert haben, ist eine heroisierende und glorifizierende Instrumentalisierung der OPFER. Natürlich keine Auseinandersetzung mit den Schicksalen der Individuen, sondern die Zurschaustellung als Märtyrer für den Mullahstaat. Tausende Kinder wurden als Minenräumer in die Minenfelder geschickt, eingewickelt in Teppiche und mit Plastikmarken versehen, um sie als Märtyrer identifizieren zu können. Angesichts der hunderttausenden von OPFERN , täglichen Hinrichtungen, Folterungen und der Frauenapartheit, die 32 Jahre „islamische Republik" als faschistische Alleinherrschaft der Mullahs dem iranischen Volk gebracht haben,
angesichts der Auftritte Achmadineschads vor der UN , seiner sozialrevolutionären und antiimperialistischen Attitüden , seiner Großmachtambitionen und Vernichtungsaufrufe gegen Israel und die westlichen dekadenten Gesellschaften ist dieser propagandistische Auftritt in Venedig, im Hinterhaus des Palazzo Grazzi, eine Farce und entlarvend zugleich, verurteilt man doch die westliche Kunst als das Ergebnis individueller Drogenabhängigkeit und Verkommenheit, die man vernichten will.
Christian Zimmermann
Argentiniens Präsidentin besucht 54th Biennale in Venedig